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ForFarmers AMS-Team steigert die Leistung von Melkrobotern – Interview mit Verkaufs- und Teamleiter Gert-Jan Wilmink

Höchste Wirtschaftlichkeit am Melkroboter

Automatische Melksysteme (AMS) stehen hoch im Kurs. Der Anteil von Roboterbetrieben an der Gesamtzahl von Milchviehbetrieben macht mittlerweile etwa zehn Prozent aus. Bei einem Neubau entscheiden sich auffallend viele Milchviehhalter für einen Roboter. Die Tendenz ist also steigend. Die Erwartungen der Milchviehhalter sind oft sehr hoch. Neben der offensichtlichen Arbeitserleichterung soll meistens auch eine Leistungssteigerung der Herde mit dem Erwerb des Roboters einhergehen. Schließlich sind die Anschaffungskosten eines Roboters sehr hoch, sodass die Milchleistung pro Roboter und Tag bestmöglich optimiert werden muss. Doch nicht alle Betriebsleiter sind nach der Umstellung mit den Ergebnissen des Robotermelkens wirklich zufrieden. ForFarmers hat den deutlich gestiegenen Beratungsbedarf frühzeitig erkannt und ein Team mit elf Spezialisten aufgebaut, das sich hauptsächlich mit Roboterbetrieben und ihren spezifischen Problemen beschäftigt. Bei Bedarf arbeiten sie auch im Team mit dem ForFarmers-Berater vor Ort. Wir sprachen mit Gert-Jan Wilmink über die Erfahrungen seines AMS-Teams. 

Redaktion: Warum hat ForFarmers speziell für Melkroboter-Betriebe ein eigenes Beratungsteam aufgebaut? 
Wilmink: Die Berichte unserer Kunden haben uns gezeigt, dass die Melkroboter in vielen Betrieben nicht die Leistung ermelken, die eigentlich erwartet wurde. Etwa die Hälfte der AMS-Betriebe kann durch bessere Einstellungen mehr aus seinem Automatischen Melksystem holen. Zu diesem Ergebnis kommen die AMS-Spezialisten von ForFarmers. Von zentraler Bedeutung ist außerdem eine gute Tiergesundheit, denn nur gesunde Kühe gehen zum Roboter. Das Potenzial ist groß: Wir haben festgestellt, dass man durch gezielte Maßnahmen in vielen Fällen erheblich mehr Milch pro Roboter rausholen kann. Gerade in Zeiten eines niedrigen Milchpreises sollte jeder Betrieb diese Chance nutzen. 

Redaktion: Können Sie denn Kunden mit jeglichen Robotermodellen unterstützen? Wilmink: Ja, wir kennen uns mit allen Marken aus. Das Potenzial kann nach unserer Erfahrung in der Praxis über alle Fabrikate und Betriebsgrößen noch erhöht werden. Es ist also wirklich eher ein grundlegendes Thema und keine Frage des Robotermodells. 

Redaktion: Was ist der Unterschied zwischen dem Roboter-Servicetechniker und Ihnen?
Wilmink: Der Techniker weiß alles über den Roboter seiner Marke und stellt ihn aus technischer Sicht optimal ein. Diese Grundeinstellung und die technischen Kontrollen sind wichtig. Wir sind allerdings viel dichter an der Kuh dran. Wir gucken, woran es liegt, wenn die Kühe nicht so gern zum Melken gehen. Die Kühe müssen ja von selbst laufen. Erst dann kann der Roboter melken. Dabei spielt die Fütterung eine große Rolle. 

Redaktion: Was ist dabei der entscheidende Ansatzpunkt für Sie?
Wilmink: Die entscheidenden Punkte sind gesunde Kühe mit gesunden Klauen und außerdem ein schmackhaftes Futter im Melkstand. Sonst macht sich die Kuh nicht oft genug auf den Weg zum Roboter und die Effizienz des Melkens leidet. Hier setzen wir an. Unsere Spezialisten wissen, wie die Kuh tickt und erkennen das Problem aus ihrem Blickwinkel. 

Redaktion: Warum ist die Fütterung beim Roboter so entscheidend?
Wilmink: Die Fütterung ist in zweierlei Hinsicht der Schlüssel für den Erfolg am Roboter. Die erste wichtigste Maßnahme für die Verbesserung der Akzeptanz des Robotermelkens ist der Einsatz besonders schmackhafter Futtersorten, damit die Kühe gut in den Roboter laufen. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die gezielte Fütterung der hochleistenden Tiere einer Herde. Wenn ich nicht aufpasse, werden die Hochleistungstiere ansonsten nicht ausreichend versorgt. 

Redaktion: Dem kann ich doch durch die gezielte Fütterung am Roboter entgegenwirken, indem ich die Menge hochsetze, die die Kuh pro Mahlzeit abrufen kann. Dann frisst sie mehr – warum sollte sie dann unterversorgt sein?
Wilmink: Das kann trotzdem schnell passieren, denn die Futteraufnahme hat natürliche Grenzen. Beim Melkstand geht eine Kuh zwei Mal zum Melken. Zum Roboter gehen besonders leistungsstarke Kühe aber bis zu vier Mal. Dadurch kann eine deutlich höhere Milchabgabe erzielt werden. Im Gegenzug können die Tiere dann aber nicht so viel mehr fressen, um diesen deutlich höheren Entzug wieder auszugleichen. Sie brauchen wegen der hohen Milchmenge mehr Energie im Futter. Dabei müssen wir die Acidose-Gefahr natürlich immer berücksichtigen. Wir haben deshalb die Gesamtration im Blick und berechnen entsprechend. Ein wichtiges Hilfsmittel ist der Metabolische Übersäuerungs-Index (MÜI), ein Kennwert, der in unseren Rationsberechnungen auf Basis von unserem innovativen Feed2Milk Konzept berücksichtig wird. Er beschreibt das potenzielle Acidose-Risiko der Ration. Als AMS Spezialisten haben wir außerdem umfangreiche Erfahrungen mit Roboter-Rationen für unterschiedliche Leistungsniveaus und auch für die Transitphase. 

Redaktion: Wie gehen Sie denn vor, um die Melkroboter-Betriebe individuell zu betreuen und das spezifische Problem zu lösen?
Wilmink: Der Vorteil ist, wie gesagt, zunächst, dass die Roboterspezialisten täglich Roboterbetriebe besuchen und so die typischen Situationen und Probleme bereits kennen – auch durch den Austausch mit den Kollegen in anderen Regionen und anderen Ländern, wo wir aktiv sind. Darüber hinaus nutzen unsere AMS Spezialisten ein eigens von ForFarmers entwickeltes Roboter-Analyse-Programm (RAP). Es übersetzt die enorme tägliche Datenmenge eines Melkroboters in schnell verständliche Graphiken. Diese sind für den Landwirt und für den Berater ein wertvolles Hilfsmittel für die Aufdeckung von Schwachstellen und für die Verbesserung der betriebsindividuellen Ergebnisse durch die Lösung dieser Probleme. Der Landwirt und der AMS Berater können dann je nach Situation die Einstellungen pro Gruppe oder sogar pro individueller Kuh am Roboter gezielt optimieren, das Futter an sich oder die Kraftfutterzuteilungen oder Zulassungen verändern. Dadurch haben beide auch die Tiergesundheit der Herde noch besser im Blick. 

Redaktion: Welche Entwicklung erwarten Sie bei den Automatischen Melksystemen – bleibt der Roboter auf Erfolgskurs?
Wilmink: Ein klares „Ja“. Wir erwarten, dass in der Zukunft in vielen Regionen mehr Betriebe mit Melkrobotern arbeiten werden. Der Beratungsbedarf von Roboterbetrieben wächst parallel dazu massiv. Wir sind froh über unsere heutige Aufstellung und glauben, die Milchviehhalter stark unterstützen zu können, damit die Umstellung wie geplant läuft. 


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