TOPIGS SNW
Schweinezucht – Väter mit weniger Ebergeruch
NADOR-Eber vererben nachweislich weniger Ebergeruch. Jetzt bringt Topigs SNW als erstes Zuchtunternehmen Sperma dieser Zuchtlinie auf den Markt.
Senden, 26.01.2012
Dem NADOR-Eber fehlt, was Verbraucher die Nase rümpfen lässt, wenn das Fleisch erhitzt wird: Der typische unangenehme Ebergeruch, der normalerweise bei männlichen Mastschweinen in knapp fünf Prozent der Fälle auftritt. Er war bisher der Grund für die Kastration der männlichen Ferkel. Bislang fehlte eine züchterische Möglichkeit, den Anteil der geruchsauffälligen Eber zu reduzieren. Das hat sich jetzt geändert.
Denn das Zuchtunternehmen Topigs-SNW hat in langjähriger Forschungsarbeit ein Verfahren entwickelt, mit dem der Ebergeruch bei den männlichen Nachkommen bestimmter SNW-Pi select Eber (NADOR-Eber) um 40 Prozent reduziert wird. An mittlerweile 7000 Topigs-Ebern getestet, hat die Methode ihre Bewährungsprobe bereits bestanden und kann jetzt in den Praxiseinsatz gehen.
Vom 1. Februar an wird Sperma der so sortierten NADOR-Eber auf dem Markt verfügbar sein. Damit steht den Ferkelerzeugern jetzt erstmals Sperma zur Verfügung, das garantiert weniger männliche Nachkommen mit Ebergeruch bringt.
So funktioniert es
Das Auftreten des unangenehmen Geruchs hängt von mehreren Faktoren ab. Vor allem sind die Stoffe Androstenon, Skatol und Indol im Fett des Schlachtkörpers dafür verantwortlich, dass Fleisch von bestimmten Ebern mehr riecht als von anderen.
Die Herausforderung war, diejenigen männlichen Vererber herauszufinden, die den Geruch weniger häufig an ihre Nachkommen weitergeben, und sie für die Ebermast empfehlen zu können. Dazu muss für potenzielle KB-Eber ein sicherer Zuchtwert für Ebergeruch berechnet werden können.
Eigenleistungsprüfung mittels Biopsie und Zuchtwertermittlung
Die Idee: Mittels Biopsie werden dem lebenden Tier Gewebeproben entnommen, die chemisch analysiert werden. Für die Biopsie hat Topigs ein spezielles Gerät entwickelt. "Die Probenentnahme ist sehr tierschonend, die Biopsie scheint die Schweine weniger zu beeinträchtigen als eine Blutentnahme", schildert Dr. Franz Josef Stork, verantwortlicher Projektleiter für NADOR bei Topigs SNW.
Zusätzlich erhebt Topigs genomische Informationen, die identifizierten SNPs geben mittlerweile sichere Hinweise für das Auftreten beziehungsweise das Ausbleiben von Ebergeruch. Alle Informationen aus der Kombination des klassisch wie genomisch ermittelten Zuchtwertes werden über eine spezielle statistisch begründete Formel zu einem Gesamt-Zuchtwert "Ebergeruch" zusammengefasst.
Kein Einfluss auf Leistungsmerkmale
"Der neue Zuchtwert ist eine zusätzliche Information und beeinflusst die klassischen Leistungsmerkmale in keiner Weise", merkt Dr. Stork an. Die SNW-Pi-select-Eber, die schon bisher für hohe Tageszunahmen, eine gute Futterwertung und gleichmäßige Mastschweine gesorgt haben, tun das also auch weiterhin. Topigs SNW sortiere die Eber nur hinsichtlich ihrer NADOR-Eignung und selektiere sie nicht, erläutert Stork.
Landwirte, die einen NADOR-Endprodukteber einsetzen wollen, können vom 1. Februar 2012 an Sperma dieser besonders getesteten Linie bei vier Besamungsstationen bestellen. Insgesamt stehen mittlerweile knapp 70 Eber mit einem NADOR-Zuchtwert zur Verfügung. Junge SNW-Pi-Select-Eber in Quarantäne sollen künftig sämtlich untersucht werden, sodass das Angebot ständig wächst.
Wirtschaftlicher Vorteil
Eine Tube Sperma vom NADOR-Eber ist mit einer Lizenzgebühr von 0,60 Euro belegt. Damit kostet jeder gemästete Eber aus dieser Produktion nur 24 Cent mehr.
Eine win-win-Situation auf allen Seiten, denn auch das Schlachtunternehmen profitiert ja von dem erheblich geringeren Anteil Eber mit Geruch. Vor diesem Hintergrund ist ein Erlösanreiz für diejenigen Schweinehalter im Gespräch, die nachweislich Nador SNW-Pi select Eber eingesetzt haben.
Nicht nur der Tierschutz profitiert: Topigs-Eberfachmann Dr. Stork sieht auch Vorteile für die bäuerlich strukturierte Ferkelerzeugung und Mast: "Viele Landwirte hierzulande arbeiten im geschlossenen System oder mit festen Lieferbeziehungen: Insofern dürfte gerade für sie diese Entwicklung von Vorteil sein", meint er. Denn die Ebermast kommt, der Ausstieg aus der Kastration ist abzusehen. Da ist das neue Konzept wegweisend.
Weitere Informationen sind online abrufbar unter
www.topigs-snw.de.
Pressekontakt:
Anja Geistkämper Assistentin der Geschäftsleitung
eMail: anja.geistkaemper(at)topigs-snw.de
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